#NullachtEinTeam

FSV 08 Bietigheim-Bissingen e.V.

Bolzplatz für Migranten zünftig eingeweiht

Mit großem Eifer und mitunter hervorragendem Fußball eröffneten am Samstag acht Mannschaften die „Saison“ am neuen Bolzplatz bei den Asyl-Bewerber-Unterkünften an der Geisinger Straße. Das Turnier war vom örtlichen Ökumenischen Arbeitskreis Asyl unter der engagierten Leitung von Johannes Schockenhoff anlässlich der offiziellen Einweihung des Bolzplatzes, der eine Einrichtung des Landkreises ist, samt Bewirtung organisiert worden.

Bei  strahlendem Sonnenschein trafen sich am frühen Morgen bis zum Nachmittag zahlreiche Menschen aus Afrika, Afghanistan, Syrien und anderen Herkunftsländern, um gemeinsam Fußball zu spielen beziehungsweise die Akteure „heiß“ anzufeuern. Unter ihnen auch zwei mit kickende Sozialarbeiterinnen, Bietigheim-Bissingens Bürgermeister Joachim Kölz, Fabian Schollenberger, der beim Landkreis Ludwigsburg für den Sozialen Dienst  für Asyl-Bewerber zuständige Mitarbeiter, sowie Sigrid Kühnle und Walter Christ, die beim FSV 08 Bissingen zusammen mit Christine Walter über Jahre hinweg den Asylbewerbern am Bruchwald Fußball ermöglichten und sie auch außerhalb des Sportplatzes betreuten.

Bevor es auf dem etwa 20 mal 30 Meter großen Hartplätzle sportlich zur Sache ging, gab es für die Organisatoren um Johannes Schockenhoff viel Lob, ebenso Lob und Dank für den Landkreis für die Bereitstellung des Spielfeldes, die Stadt Bietigheim-Bissingen und den mit Taten statt hehren Worten helfenden FSV 08 Bissingen, der am Samstag vier Bälle, Trainingshemdchen und eine Ballpumpe  spendete.

Das Geld dazu kam vom Deutschen Fußball-Bund, konkret von dessen Egidius-Braun-Stiftung, die laut 08-Ehrenvorsitzendem seit drei Jahren insgesamt über 1,7 Millionen Euro an 3400 Fußballvereine zur Hilfe für Migranten ausgeschüttet und diesen Betrag inzwischen um weitere 400 000 Euro aufgestockt hat.

„Die Mär von Scharfmachern, Populisten und taktierenden Partei-Soldaten“, wonach der DFB rassistisch sei, ist, so Christ, „grottenfalsch und unfair pauschal“. Er kenne jedenfalls keine einzige Sportart, in der auch nur annähernd so viele Menschen mit nichtdeutschen Wurzeln so eng integriert seien und am Vereinsleben teilnähmen wie beim Fußball. Bei seinem Verein spielten Menschen aus über 20 Herkunftsländern. Und hier habe man  bereits zu Zeiten, als es beispielsweise einen Mesut Özil noch gar nicht gab,  Italiener, Türken, Spanier, Griechen und beispielsweise Jugoslawen herzlich aufgenommen und mit ihnen zusammen machbare internationale Gemeinsamkeit vorgelebt.